Allgemeines
Unter Phytotherapie (griech. phyton = Pflanze, therapeia = Pflege) oder
Pflanzenheilkunde versteht man heute die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten durch Pflanzen, Pflanzenteile und deren Zubereitungen. Die Pflanzen werden eingesetzt als
Frischpflanzen, als Drogen oder als Extrakte, die auch zu Tees, Kapseln, Tropfen oder Salben weiterverarbeitet werden können.
Hinsichtlich der Wirksamkeit gibt es sowohl bei den einzelnen Pflanzen als auch bei den Präparaten große Unterschiede; generell
haben pflanzliche Präparate jedoch ein breites Wirkungsspektrum und weniger
Nebenwirkungen als synthetische Medikamente.
In der Phytotherapie unterscheidet man zwei Richtungen:
- Die rationale oder allopathische Phytotherapie, die naturwissenschaftlich begründete Medizin beachtet und für sich beansprucht, kausal
und symptomatisch der Krankheit entgegenzuwirken
- die traditionelle Phytotherapie, die sich außer Volksheilkunde entwickelt hat und auf überlieferten Erfahrungen beruht.
Die Phytotherapie gehört zu den ältesten Medizinlässtlehren. In allen Kulturen des Altertums wurde die klassische Phytotherapie
angewendet.
Indien und China: Im "Buch der Lebenskunde" (Ayur Veda) ist die Kunst der Heilung mit Pflanzen niedergeschrieben. Eine Handschrift
buddhistischer Mönche aus den Jahren 350 bis 375 n. Chr. beschreibt auf Birkenbastblättern die Therapie mit Knoblauch. Buddha
selbst galt als Schutzherr der Heilkunde
Ägyptisches Altertum: Wie in Indien war auch in Ägypten die Heilkunde mit der Religion vermischt. Sie lag in den Händen der
ägyptischen Priester. Für jede Erkrankung gab es einen "Priester-Arzt".
Griechisches Altertum: Die griechische Kultur verfügte schon frühe über großes Wissen um Heilpflanzen und deren Anwendung. Asklepios, ein Sohn des
Apollo war der heilende Gott der Griechen seine Priester waren Asklepiaden, welche die Heilung in
Verbindung mit der Religion
ausübten. Die Blütezeit der Pflanzenheilkunde der lag in der Zeit um Hypokrates, zirka 460 bis 377 v. Chr. Er beschrieb in seinem
Werk schon 234 Heilpflanzen und gilt bis heute als der größte und berühmteste Arzt des Altertums. Auf ihn geht der Eid des
Hypokrates zurück.
Römisches Altertum: Bei den Römern hatte die Pflanzenheilkunde solange er keine besondere Bedeutung, bis Ärzte aus Griechenland das Wissen um die
heilende Wirkung der Pflanzen in das römische Reich brachten.
Germanisches Altertum: Die Germanen sahen die Gesundheit und Heilung in Zusammenhang mit der Natur. Krankheit war die Folge astrologischer Einflüsse.
Als Beispiel sei die Warzenbehandlung bei abnehmendem Mond genannt - sie ist germanisches Ursprungs. Durch den Einfluss der Kirche galten im Mittelalter Pflanzenheilkundige als Hexer. Aus Kräuterweibern wurden so Hexen, die man auf dem Scheiterhaufen verbrannte.
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