Allgemeines
Bei den meisten Beschwerden am Bewegungsapparat stellt sich
die Frage: „Kälte oder Wärme, was ist besser?“ Die meisten Regeln hierzu ergeben sich aus
Überlieferungen der Volksmedizin. Die gebräuchliche Einteilung „Kälte bei akuten Verletzungen und Wärme bei chronischen Beschwerden“ kann
in diesem strengen Sinne nicht aufrechterhalten werden. Man kann fast sagen, dass das gut ist, was
dem Patienten gut bekommt.
Die Kältetherapie gehört in die Gruppe der Thermotherapie. Die Behandlung mit Kälte, die sog. Kryotherapie, ist ein wichtiger Bestandteil der Physikalischen Therapie. Durch flüssige, feste oder gasförmige kalte Materialien, vor allem aber Eis, wird behandlungsbedürftigen Körperpartien Wärme entzogen. Die dadurch eintretende Senkung der Gewebstemperaturen wird zur Behandlung einer Reihe von Krankheiten am Bewegungsapparat genutzt.
Die Kältetherapie ist seit Jahrzehnten in der Medizin in Verwendung.
Mit Kohlensäure gelingt es, Temperaturen um -65 Grad Celsius zu
erreichen, mit Stickstoff kommt man sogar bis -180 Grad Celsius.
Ein spezielles Anwendungsgebiet liegt in der Dermatologie, wo man die
Kälte mit gut leitenden Metallsonden auf die Haut bringt, welche sofort
schockgefroren wird. Nach einigen Tagen stößt der Körper das
abgestorbene Gewebe ab.
Wir wollen uns hier auf die lokale Anwendung der Kälte in der
Physiotherapie beschränken. Die Kältetherapie in der Kältekammer
(" Ganzkörpertherapie" bei -120 °C bis -180 °C) wird an
anderer Stelle beschrieben.
Der lokale Einsatz der Kälte dient oft auch zur Unterstützung der aktiven und
passiven Übungen.
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