Allgemeines
Unsere Wissenschaft machte riesige Fortschritte, wir lassen Weltraumsonden auf dem Mars landen, schicken U-Boote in die größten Tiefen der
Weltmeere und wir haben die menschliche DNS erforscht. Die Tiefen der
menschlichen Seele bleiben uns jedoch weitgehend verborgen, und - was noch
schlimmer ist - wir haben immer noch nicht gelernt, in Frieden miteinander
umzugehen. Das gilt innerhalb der Familien, in Vereinen und Verbänden,
über den Gartenzaun hinweg zum Nachbar und über Ländergrenzen hinweg zu anderen
Staaten. Kriege werden geführt, um mit Gewalt "Frieden" zu erreichen.
"Kriege " gibt es überall, in der Ehe, in der Familien, in der Schule,
am Arbeitsplatz und sogar in uns selbst. Obwohl es meist nur banale
Kleinigkeiten sind, die den Ärger auslösen, so staut sich mit der Zeit der
unterdrückter Ärger lawinenartig an und die Summe unbefriedigter
Bedürfnisse nach Anerkennung und Wertschätzung wird riesengroß und
gefährlich.
Dies hat auch Marshall B. Rosenberg erkannt. Seit über 30 Jahren versucht
er, Frieden, Einfühlung und gegenseitiges Verständnis zu verbreiten. Seine
Methode der "gewaltfreien Kommunikation" (GFK) beruht auf der " Sprache
des Herzens " bzw. einem "Hören mit dem Herzen" - und er hat damit schon
viel erreicht. Er hat seine Methode in weit mehr als 40 Ländern
weitergegeben an Lehrer, Ausbilder, Schüler, Manager, Ärzte, Psychologen,
Anwälte, Friedensaktivisten, Polizisten, Politiker und Geistliche.
Parallel dazu hat er ungezählte Konflikte geschlichtet. In einem
Großprojekt in Jugoslawien wurden 13.000. Kinder darin unterrichtet, wie
man Missverständnisse und Konflikte auf gewaltfreie Art lösen kann. Die
gewaltfreie Kommunikation stellt einen erfolgreichen Weg dar, den inneren
Frieden zu schaffen, welcher die Voraussetzung für den Frieden nach außen
ist.
Wenn uns jemand mit Worten angreift, neigen wir dazu, uns zu
verteidigen und zurückzuschlagen. Das so entstehende Wortgefecht bringt
meistens keine Seite ihrem Ziel näher. Es belastet oder zerstört
sogar die Beziehung der Gesprächspartner, die plötzlich zu
Gesprächsgegnern geworden sind. Bei der gewaltfreien Kommunikation (GFK)
verzichtet man auf Angriffe und konzentriert sich auf die Gefühle und
Bedürfnisse, die den oft unbedachten Äußerungen zu Grunde liegen.
Einfühlsames Zuhören hat als wirksame therapeutische Verhaltensweise
ihren festen Platz in der von Carl Rogers begründeten klient-zentrierten
Gesprächstherapie. Bei den Danksagungen erwähnt Marshall B. Rosenberg
seinen Lehrer Carl Rogers auch an erster Stelle und verweist darauf, dass
sich die GFK auf Forschungen stützt, die im Zusammenhang mit der
Gesprächstherapie durchgeführt wurden. Allerdings geht die GFK weit über
den therapeutischen Rahmen hinaus. Es ist eine wirklich als genial zu
bezeichnende Gesprächsmethode, die für alle Menschen geeignet ist und
konfliktgeladene Auseinandersetzungen in friedliche Gespräche verwandelt.
"Die GFK fördert intensives Zuhören, Respekt und Empathie und erzeugt den
beiderseitigen Wunsch, von Herzen zu geben."
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