Allgemeines
Blutegel reiht man biologisch ein in der Familie der Ringelwürmer - wie unser einheimischer Regenwurm. Sie leben in sauberem, kalkarmen Wasser. In Deutschland sind die Blutegel fast ausgerottet. Sie stehen heute unter Artenschutz.
Es gibt Hinweise, dass schon in der Steinzeit Menschen durch Ansetzen von Blutegeln behandelt wurden. Eindeutige beweise für ihre Verwendung sind schon in den Keilschriften der Babylonier in Ägypten zu finden.
In der europäischen Literatur ist der therapeutischen Einsatz von Blutegeln einige Hundert Jahre vor Christus erstmals erwähnt. Seitdem gehört sie zum volksmedizinischen Allgemeinwissen. Die Blutegeltherapie wurde in den folgenden Jahrhunderten eine anerkannte und oft praktizierte Heilmethode. Viele bedeutende Ärzte zählen zu ihren Anwendern.
Die moderne Medizin konzentrierte sich mehr auf die chemischen Medikamente, die spezifischer und gezielter einsetzbar waren. Sie vermochte es im Verlauf des 19. Jahrhunderts, dies Blutegeltherapie aus der wissenschaftlichen Medizin in die Bereiche in der Volksmedizin und Naturheilkunde zu
verdrängen. Durch Berichte über Therapieerfolge mit Blutegeln bei verschiedenen Erkrankungen in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts kam es erfreulicherweise zu einem erneuten Aufleben dieses uralten Heilverfahrens, um während des zweiten Weltkrieges leider wiederum in Vergessenheit zu geraten.
Erst durch den erfolgreichen Einsatz im Bereich der Transplantationsmedizin ab 1960 hielt die Blutegeltherapie erneut ihren siegreichen Einzug in die Schulmedizin. Das Wissen um die spezielle Vorgehensweise bei den verschiedenen Erkrankungen ruht - wie so oft - auch heute noch vorwiegend auf den individuellen Erfahrungen der Blutegeltherapeuten.
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